Der Schwerbehindertenausweis

Der Schwerbehindertenausweis und dessen Merkzeichen
Die Grundfarbe des Ausweises ist grün. Schwerbehinderte Menschen, die Anspruch auf unentgeltliche Beförderung haben, erhalten einen grün-orangen (je eine halbe Seite grün und orange) Ausweis.

Auf der Vorderseite des Ausweises werden die persönlichen Daten (Name und Geburtsdatum) des schwerbehinderten Menschen, das Aktenzeichen, die Gültigkeitsdauer, ggf. das Merkzeichen „B“ und ggf. die Merkzeichen der Sondergruppe „Kriegsbeschädigt“ eingetragen. Ebenso wird bei Personen über dem 10. Lebensjahr ein Lichtbild auf der Vorderseite angebracht. Auf der Rückseite werden der Grad der Behinderung, die Merkzeichen und der Gültigkeitsbeginn eingetragen.

(Quelle: http://www.probuerger.de/legden/getfile.cfm?id=i19)

 

Die Merkzeichen
VB: Anspruch auf Versorgung nach den Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes
EB: Minderung der Erwerbsfähigkeit um wenigstens 50%, Entschädigung nach § 28 des Bundesentschädigungsgesetzes
aG: außergewöhnlich gehbehindert
G: erheblich gehbehindert
GL: gehörlos
H: hilflos
B: Notwendigkeit ständiger Begleitung
Bl: blind
RF: befreit von der Rundfunkgebührenpflicht
1.KL: darf mit Fahrausweis 2. Klasse die 1. Klasse in Eisenbahnen benutzen
Was nützt ein Schwerbehindertenausweis?
Der Ausweis für Schwerbehinderte ermöglicht die Inanspruchnahme von verschiedenen Rechten und Vergünstigungen. Dies können – je nach GdB/Merkzeichen – unter anderem:

  • arbeitsrechtliche Vergünstigungen
  • steuerliche Erleichterungen
  • Unentgeltliche Beförderung bzw. Vergünstigungen im Personen-, Nah- und Fernverkehr
  • Vergünstigungen beim Wohnen
  • Parkerleichterungen
  • Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht
  • Schutz des Schwerbehindertengesetzes

Jedoch sollte vor Beantragung überlegt werden, ob es wirklich notwendig ist, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Denn oftmals erschwert ein solcher Ausweis das Finden einer Anstellung, da viele Arbeitgeber eventuelle gesetzliche Konsequenzen fürchten. Außerdem sind die dafür notwendigen Untersuchungen nicht jedermanns Sache. Deshalb ist es immer besser, vorher unabhängige Beratungsstellen aufzusuchen, die hier weiterhelfen können.

 

Wie beantragt man einen Schwerbehindertenausweis?
Der Antrag zur Feststellung der Schwerbehinderung und dem Grad der Behinderung wird beim für den Wohnort zuständigen Versorgungsamt gestellt. Der Antrag wird formlos oder mit einem Antragsformular gestellt. Das Antragsformular wird bei einem formlosen Antrag dem Antragsteller zugeschickt. Das Antragsformular ist aber auch bei den Versorgungsämtern, Fürsorgestellen, Sozialämtern und Behindertenverbänden erhältlich.

Wenn ärztliche Befunde sich im Besitz des Antragstellers befinden, sollten diese direkt mitgeschickt werden. Im Antrag, auch im formlosen, werden alle Beeinträchtigungen eingetragen, die zur Feststellung des Grades der Behinderung führen. Angegeben werden sollten nur Einschränkungen die von Dauer (länger als 6 Monate) sind. Dem Antrag sollte ein Passbild (behinderte Person ist Älter als 10 Jahre) für den Ausweis beigefügt werden. Vor der Antragstellung sollte die betroffene Person mit dem Hausarzt darüber sprechen. Der Antragsteller erhält vom Versorgungsamt eine individuelle Eingangsbestätigung.

Damit das Versorgungsamt einen Ausweis ausstellen kann, müssen Behinderung und Grad der Behinderung (GdB) festgestellt werden. Um dieses zu können, werden von den behandelnden Ärzten Befunde eingeholt. Nachdem von den einzelnen Behinderungen ein Gesamt-GdB errechnet wurde, erhält der Antragssteller einen Feststellungsbescheid. Ab einen Grad der Behinderung von 50 wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt. Im Ausweis werden je nach Art und Schwere der Behinderung Merkzeichen eingetragen.

 

Quellen und weiterführende Infos: