Literaturtipps

Die Liste mit den Literaturtipps versuchen wir stets zu aktualisieren. Kennt Ihr ein neues hilfreiches Buch, welches noch nicht auf unserer Liste steht? Oder fehlt ein Artikel? Dann meldet Euch bei uns!

Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Hörbehinderung
Gänger, Elisabeth; Severin, Kathrin: „Ein Fest für Merle. Verstehen eines hörgeschädigten Kindes“

Anja Verlag, 1999.

ISBN-13: 978-3905009200

Merle hört nicht wie andere Kinder. Eigentlich kann sie gar nicht hören. Sie hört nur wenn sie Hörgeräte trägt. Aber trotzdem nicht ganz so gut wie hörende Kinder. Doch wir können ihr helfen! Als alle anderen Kinder zu sprechen begannen, blieb Merle stumm. Wie sollte sie auch sprechen, wenn sie nichts hörte? Später bekam Merle bunte Hörgeräte, und ganz langsam lernte sie die Stimmen ihrer Eltern hören. Es dauerte noch lange, bis sie erste Wörter verstand. Merle musste das Hören erst lernen, genau wie jedes andere Kind, nur viel später und viel langsamer. Die Behinderung hörgeschädigter Kinder beruht jedoch nicht allein auf ihrem Hördefizit, sondern auf einer veränderungsbedürftigen Einstellung der Umwelt zum behinderten Menschen. Eine Hörbehinderung muss und darf heute nicht mehr den Ausschluss aus der Gesellschaft bedeuten. Vielmehr soll die Gesellschaft sich öffnen für ein Leben mit den behinderten Menschen. Dazu möchte „Merle“ ihren Beitrag leisten. Auf jeder Doppelseite erklärt Merle eines ihrer Probleme und zeigt eine Lösung dazu auf. Am Ende des Buches wird als Sachtext für Erziehende jedes Problem nochmals konzentriert aufgezeigt.

 

Gurtner May, Sybille; Schweizer, Suse: „Ina hört anders. Vom Hören mit Hörgeräten“

Atlantis, Orell Füssli. Februar 2007.

ISBN-13: 978-3715205328

»Am Liebsten mag ich es, wenn Mama mir ein Buch vorliest. Da ist es warm und gemütlich und Mamas Stimme ist ganz nah.« – Ina hört ohne Hörgeräte wenig und mit Hörgeräten anders als die meisten von uns. Deshalb ist sie froh, wenn ihre Freundin sie beim Reden anschaut. Wenn viele Leute durcheinander reden, dann wird es Ina zu viel – und ihrer Oma auch. Ina besucht eine Spielgruppe, in der alle nicht gut hören, die Kinder und die Erwachsenen. Fast alle tragen Hörgeräte, und viele reden untereinander auch in Gebärdensprache. Regelmäßig muss Ina in die Stadt zum Audiologen. Danach ist sie müde und nimmt gern die Hörgeräte raus. »Das mache ich auch, wenn ich meine Ruhe haben möchte. – Und du? Hast du auch Hörgeräte?« In prägnanten Sätzen berichtet Ina, und die Bilder zeigen in sympathischer Art das Gewöhnliche und das Besondere dieses Kinderalltages. Im Begleitheft bieten Fachleute Hintergrundinformationen zur Lebenswelt hörbehinderter Kinder und zum Buch an. Außerdem gibt es Spielimpulse für bewusste Hör-Erfahrungen von Hörenden.

 

Gänger, Elisabeth: „Traumfrequenz“

Dtv Verlag, 2005.

ISBN-13: 978-3423711500

Cindy ist hörgeschädigt und hat deswegen oft mit Missverständnissen zu kämpfen; auch bei Freundschaft und Liebe.

Witze, Klatsch, Gerüchte – natürlich interessiert sich Cindy dafür, was abgeht in der Klasse. Schließlich will sie mitreden können. Und wenn sie mal etwas verpasst, dann erfährt sie eben von ihrer Banknachbarin Tabea, was los gewesen ist. Denn Cindy besucht zwar ein normales Gymnasium, hört aber kaum etwas – sie ist hörgeschädigt. Bisher ist sie damit gut zurechtgekommen, doch in letzter Zeit erzählt ihr Tabea irgendwie nichts mehr und grenzt sie richtiggehend aus. Da erscheint eine neue Mitschülerin, Aline, und verursacht gehörigen Wirbel in Cindys Leben …

 

Schrocke, Kathrin: „Freak City“

Carlsen, 2013.

ISBN-13 978-3551310934

Lea ist hübsch, temperamentvoll – und von Geburt an gehörlos. Als Mika sie zum ersten Mal sieht, zieht das quirlige Mädchen mit der Lockenmähne ihn sofort in seinen Bann. So sehr, dass er spontan beschließt einen Gebärdensprachkurs zu machen. Familie und Freunde reagieren skeptisch und bald kommen ihm selbst erste Zweifel. Nie hätte er gedacht, dass die Welt der Gehörlosen so anders ist. Und plötzlich ist da wieder Sandra, Mikas Ex, über die er nie ganz hinweggekommen ist…

 

Romane und Erzählungen
Alexander Görsdorf: „Taube Nuss: Nichtgehörtes aus dem Leben eines Schwerhörigen“

Verlag: rororo

ISBN-13: 978-3499616006

Not quite like Beethoven Alexander Görsdorf ist schwerhörig, und Schwerhörigkeit sieht man nicht. Deshalb muss er im Alltag nicht nur regelmäßig «Wie bitte?» fragen, sondern ist auch froh, wenn es ihm gelingt, unfallfrei einen Kaffee zu bestellen. Immerhin: Frauen stehen auf ihn, denn er schaut ihnen auf die Lippen wie kein anderer. Witzig, selbstironisch und ohne falsche Scham erzählt Alexander Görsdorf aus seinem Leben als Schwerhöriger, das ihn immer wieder in schräge Situationen führt, aber auch in fremde Länder und schließlich unters Messer der Hightech-Medizin.

 

Helene Jarmer: „Schreien nützt nichts: Mittendrin statt still dabei“

Verlag: Südwest Verlag

ISBN-13: 978-3517086590

Helene Jarmer hat einen Sitz im österreichischen Nationalrat und ist die erste gehörlose Abgeordnete im deutschsprachigen Raum. Die nicht nur positiven Reaktionen auf ihre Nominierung zeigen, dass noch viel für die Gleichberechtigung behinderter Menschen und gegen Diskriminierung getan werden muss. Helene Jarmers verlor zweijährig bei einem Autounfall das Gehör. Ihre Eltern förderten sie umfassend und ermöglichten ihre Ausbildung an der Höheren Technischen Lehranstalt wie auch ihr Pädagogikstudium an der Universität Wien – für behinderte Menschen ein hürdenreicher Weg. Als Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes und als Behindertensprecherin der Grünen im Parlament setzt sie sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Und sie wird gehört – ihre politischen Erfolge beweisen es!

 

Bonnie Poitras Tucker: „Der Klang von fallendem Schnee“

Verlag: Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.61474, 2001

ISBN-Nr. 3404614747

„Ich lehnte mich gegen meine Mutter und konnte fühlen, dass sie noch immer redete. „Komisch“, dachte ich. „Wieso kann meine Mutter im Dunkeln reden und ich nicht?“ Bonnie Tucker kann in der Dunkelheit nicht reden, weil sie taub ist und von den Lippen ablesen muss. Sie spricht aber so perfekt, dass andere ihr ihre Taubheit nicht abnehmen. Eigentlich das größte Kompliment, wenn es auch hart erkämpft ist. Sie heiratet, zieht drei Kinder auf, macht unter schwierigsten Umständen als Juristin Karriere. Kein Hindernis in einer Welt, die nur auf Hörende eingestellt ist, ist für sie so groß, dass sie es nicht mit Phantasie und Hartnäckigkeit überwinden könnte. Bonnie Tucker erzählt ihre eigene Geschichte so anschaulich und faszinierend, dass wir den Klang der Dinge um uns herum neu wahrnehmen.“

Ein sehr schönes Buch welches von den kleinen und großen Problemen, aber auch von den schönen Seiten im Leben von Bonnie als Gehörloser berichtet.

 

Emanuelle Laborit: „Der Schrei der Möwe“

Verlag: Lübbe; Auflage: 6., Aufl. (November 1995)

ISBN-13: 978-3404613496

Emmanuelle ist taub. Ihre frühe Kindheit ist geprägt von dem Gefühl, durch eine undurchdringliche Mauer von der Welt ausgeschlossen zu sein. Sie kann zwar von den Lippen lesen und verstehen, was die anderen sagen, aber sich selbst mitzuteilen wird ihr erst möglich, als sie die Gebärdensprache erlernt. Endlich eröffnet sich ihr die Welt, und eines Tages bekommt sie ihre große Chance: Ein Regisseur bietet ihr die Hauptrolle in einem Stück für Gehörlose an …

 

Sabine Helbig: „Blitzlichter in der Dunkelheit“

Verlag: Kestner; Auflage: 1 (Oktober 2006)

ISBN-10: 398107095X

ISBN-13: 978-3981070958

Die Autorin, Sabine Helbig, lebt in den neuen Bundesländern und setzt sich aktiv für die Rechte gehörloser und ertaubter Menschen ein. In früher Kindheit nach einer Krankheit als schwerhörig diagnostiziert, wird sie von der Mutter zu den gehörlosen Großeltern gegeben. Mit 17 Jahren ertaubt sie völlig. Sabine Helbig beschreibt ihr Leben mit dieser Behinderung. Es ist ein besonderes Leben, das beschrieben wird. Es wäre auch ein besonderes Leben ohne die Hörschädigung, aber sie hat diesem Leben vieles von den furchtbaren Tiefen, aber auch von den lichtvollen Momenten verschafft, von denen dieses Buch erzählt, von denen es zum Teil auch strahlt. Es ist eine ostdeutsche Lebensgeschichte. In der ehemaligen DDR wurde mit Behinderung gesellschaftlich ganz anders umgegangen als in der früheren Bundesrepublik, trotzdem wird der Leser auch aus Westdeutschland viele Parallelen zur Situation im früheren Westen finden. Die Gefühle sind vielfach ähnlich, die Lebensumstände doch different den westdeutschen, und es gibt eine prägende Gemeinsamkeit: Die Gemeinschaft, die gehörlose und auch früh ertaubte Menschen leben, ihre völlig eigenständige Sprache, ihr eigener Kulturansatz wird in diesem Buch in vielschichtiger Weise beschrieben. Das Hineinwachsen in diese Kultur stellt das eigentlich tragende Element dieses Buches dar, sich mit den verbleibenden vier Sinnen intensiver zu verständigen, weil diese Sinne sensibilisierter sind als bei Hörenden. Und dann der Umbruch nach der Wende, dem Zusammenbrechen des Versuchs, einen sozialistischen Staat auf deutschem Boden begründen zu wollen, das Erlernen, das Begreifen dessen, was eine offene Gesellschaft ausmacht. Ein großes Buch, eine pralle Lebensgeschichte, in der das zeitgeschichtliche Kolorit eine nicht unbeachtliche Rolle spielt, die Lebensgeschichte eines ungewöhnlichen Menschen, der immer wieder den Mut hat, neue Wege zu gehen und sich neu zu erforschen.

 

Fiona Bollag: „Das Mädchen, das aus der Stille kam“

Ehrenwirth Verlag, Auflage: 1 (September 2006)

ISBN-10: 3431036856

ISBN-13: 978-3431036855

Die Geschichte eines Mädchens, das nichts hört. Eigentlich. Sie kam taub zur Welt, musste jedes Wort von den Lippen ablesen, hatte keine Ahnung, wie Musik klingt. Dann bekam sie ein neu entwickeltes Implantat eingesetzt – und plötzlich lebt die 22-jährige Fiona in einer ganz anderen Welt. Ihr Buch erzählt die Geschichte einer jungen, lebenslustigen Frau, die mit ihrem Lebensweg zeigt, dass Hören ein Geschenk ist – aber auch, dass die Jahre der Stille ein Geschenk waren. Denn damals wurde sie stark, um die Welt nun auch mit allen Sinnen zu erobern! Fiona möchte sich in die Herzen der Menschen hinein hören. Und sie möchte gehört werden. Möchte allen Menschen, die unter einem Handicap leiden, eine positive Botschaft mit auf den Weg geben.

 

Penny Warner: „Körpersprache einer Toten. Ein Fall für Connor Westphal.“

Verlag: Signum Seedorf (1999)

ISBN-10: 3927731714

ISBN-13: 978-3927731714v

Im friedlichen ehemaligen Goldgräberstädtchen Flat Skunk betreibt die gehörlose Journalistin Connor Westphal ihre eigene Wochenzeitung. Die Krimirätsel, die sie für ihre Leser schreibt, sind das bei weitem aufregendste, das der kalifornische Flecken zu bieten hat. Bis die First Lady der Stadt eine mysteriöse Anzeige aufgeben will und am nächsten Tag tot auf dem Grab ihres Ehemanns gefunden wird. Connor wittert die große Story und beginnt, den Fall zu untersuchen. Dabei zeigt sich schnell, daß man nicht hören können muß, um die wahren Zusammenhänge herauszufinden. Mit scharfem Blick, Verstand, Mut und Witz setzt sich Connor auf die Spur des Mörders und ist entschlossen, ihn zu finden, bevor sie vielleicht selbst zum nächsten Opfer wird.

 

Penny Warner: „Mordsgebärde. Ein Fall für Connor Westphal.“

Signum Seedorf (2000)

ISBN-10: 3927731765

ISBN-13: 978-3927731769

Die gehörlose Journalistin Connor Westphal, die San Franciscos Espressobars und ihren hektischen Job bei der Chronicle gegen die Leitung eines Provinzblättchens und das Leben in einem ausrangierten Diner getauscht hat, verstrickt sich einmal wieder in gefährliche Recherchen. Ein starkes Erdbeben hat das ruhige Goldgräberstädtchen Flat Skunk aufgewühlt, auf der Baustelle des konkurrierenden Zeitungsimperiums wird eine Leiche gefunden. Ist der Bauingenieur aufgrund des Bebens abgestürzt und von einem Moniereisen aufgespießt worden, oder verbirgt das Zeitungsgebäude dunkle Geheimnisse? Auch Drohbriefe halten Connor nicht davon ab, nach und nach ein Puzzle aus Kriegsverbrechen, Erpressung und Familiendramen zusammenzusetzen.

Penny Warner: „Schweigen ist Gold. Ein Fall für Connor Westphal.“

Man stirbt nur zweimal erfährt Connor Westphal, die gehörlose Herausgeberin der lokalen Wochenzeitung Eureka! in ihrem dritten Fall, als die alte Sparkle Bodie sanft entschläft und noch im Begräbnisinstitut wieder zum Leben erwacht. Sie wird umgehend ins Krankenhaus gebracht, stirbt allerdings innerhalb einer Stunde ein zweites Mal. Diesmal jedoch benutzte jemand ein Kissen, um jede Möglichkeit einer Wiedererweckung im Keim zu ersticken. Als Sparkles gehörloser Sohn beschuldigt wird, sie umgebracht zu haben, fühlt Connor sich verpflichtet, ihren kriminalistischen und journalistischen Spürsinn für die Suche nach dem wirklichen Mörder einzusetzen. Sie muss jedoch im Verlauf ihrer Nachforschungen erkennen, dass die Story ihres Lebens auch die ihres eigenen Todes zu werden droht.

 

T.C. Boyle: „Talk, Talk“

Dtv (Mai 2008)

ISBN-10: 3423210605

ISBN-13: 978-3423210607

Sie ist jung, schön, zierlich, gehörlos und lässt sich wirklich nichts gefallen. Als Dana Halter eines Morgens ein Stoppschild überfährt, gerät sie in die Fänge der Justiz, die ihr Delikte vorwirft, die sie nie begangen hat. Es dauert Tage, bis sich herausstellt, das Dana Opfer eines Betrügers geworden ist, der mit ihrer Kreditkarte bezahlt, Schecks auf ihren Namen ausstellt – und überhaupt ihre ganze Identität gestohlen hat. Als Dana nach erniedrigenden Tagen im Gefängnis auch noch ihren Job verliert, hat sie nur noch ein Ziel: diesen elenden Betrüger, der auf ihre Kosten in Saus und Braus lebt, zu finden. Der Kampf beginnt!

 

Frances Itani: „Betäubend“

Bvt Berliner Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (September 2005)

ISBN-10: 3833303050

ISBN-13: 978-3833303050

Schon als Vierjährige verliert Grania durch eine Scharlacherkrankung das Gehör. Sie wächst in einer großen Familie auf, und vor allem die innige Beziehung zu ihrer Großmutter und die Nähe zu ihrer Schwester bewahren sie vor der Vereinsamung. Langsam lernt sie, Wörter von den Lippen abzulesen. Auf einem Internat für Gehörlose lernt sie die Zeichensprache und lässt sich zur Krankenschwester ausbilden. Sie verliebt sich in einen hörenden jungen Mann, Jim. Kurz nach der Hochzeit aber geht Jim als Sanitäter in den Ersten Weltkrieg nach Europa. Die Zeit des Wartens beginnt. Wohl noch nie sind die Erlebniswelten einer Gehörlosen, das Tasten nach dem Verständnis des Unhörbaren, so präzise und zugleich so poetisch dargestellt worden.

 

Sherryl Jordan: Flüsternde Hände

Carlsen Verlag (Juni 2006)

ISBN-10: 3551375615

ISBN-13: 978-3551375612

Marnie ist nicht gerade glücklich, als sie mit 16 Jahren den unsymphathischen Lord Isak heiraten muss und mit ihm in ein altes Haus nach Torcurra zieht. Das Haus liegt in einer einsamen Bucht am stürmischen Meer – und es heißt, es soll verflucht sein. Als Isak gleich am zweiten Tag vom Dach stürzt und stirbt, steht für die Dorfleute fest: Marnie ist verhext, auch sie ist mit einem Fluch belegt. Die Einzigen, die zu ihr halten, sind der Pater und Raven, ein tauber, junger Mann. Die zarte Freundschaft zwischen Marnie und Raven ist den Dorfleuten sofort ein Dorn im Auge und bringt das Fass zum überlaufen: Marnie muss eine harte Prüfung bestehen, die über Leben und Tod entscheidet…

 

Hannah Green: „Mit diesem Zeichen“

Rowohlt Taschenbuch

ISBN-10: 3499148692

ISBN-13: 978-3499148699

Mit diesem Roman gelingt es Hannah Green, den Leser die Welt eines gehörlosen Pärchens von der Zeit nach dem ersten Weltkrieg bis lange nach dem zweiten erleben zu lassen. Überzeugend wird deutlich, daß es nicht das fehlende Gehör ist, das den beiden frisch verheirateten jungen Leuten das Leben in der Nachkriegszeit erschwert, sondern die aus den äußeren Umständen resultierende mangelnde Aufklärung über lebenswichtige Dinge. Da die Gebärdensprache sowohl in der Schule, als auch in der Öffentlichkeit als unanständig gilt, ist die Kommunikation mit fremden Menschen für die beiden nahezu unmöglich. Green macht es auch einleuchtend deutlich, daß es für gehörlose Menschen zwar möglich ist, von den Lippen zu lesen. Für schnelle Verständigung im Alltag mit Fremden reicht dies aber nicht aus. Vergleichbar ist das Verbot von Gebärden mit einem Fehlen der Muttersprache für hörende Menschen.

 

Maria Wallisfurth: Lautlose Welt. Das Leben meiner gehörloser Eltern

Knaur TB

ISBN-10: 3426777819

ISBN-13: 978-3426777817

Maria Wallisfurth wurde als hörendes Kind gehörloser Eltern geboren. In ihrem bewegenden Bericht schildert sie authentisch und einfühlsam das Schicksal ihrer gehörlosen Eltern zur Zeit der Jahrhundertwende und des Dritten Reichs. Sie erzählt aber auch von einem glücklichen Leben und einer großen Liebe …

 

Artikel in Fachzeitschriften
Hier findet Ihr eine Reihe interessanter Texte rund um das Thema Integration, die in verschiedenen Fachzeitschriften erschienen sind. Auch diese Liste möchten wir gerne erweitern. Solltet Ihr also einen interessanten Artikel kennen, so sendet uns doch bitte eine E-Mail mit den entsprechenden Informationen.

Tsirigotis, Cornelia (2006): „Hörgeschädigte Kinder in der Regelschule – was brauchen sie für ihre psycho-soziale Entwicklung?“. In: Hörgeschädigtenpädagogik (2) 2006. Median Verlag, Heidelberg.

Jung, Ute (2006): „Einsatz von FM-Anlagen erleichtert in Regel- und Hörgeschädigtenschulen das Lernen“. In: Hörgeschädigtenpädagogik (4) 2006. Median Verlag, Heidelberg.

Ruhe, Carsten (2003): „Klassenraumgestaltung für die integrative Beschulung hörgeschädigter Kinder“. In: Hörgeschädigte Kinder 2/2003, Beilage. Verlag hörgeschädigte Kinder, Hamburg.

Jacobsen, Ada (2003): „Schulraumakustik – Bedeutung und Notwendigkeit für die integrative Beschulung von hörgeschädigten Kindern“. In: Hörgeschädigte Kinder 2/2003, Beilage. Verlag hörgeschädigte Kinder. Hamburg.

Gatermann, Eva (2003): „ ‚Ist Schule und Unterricht nicht schon genug?’ oder ‚Ich hätte da gerne mal ein Problem!’ “ Erfahrungen aus einem Jugendherbergs-Wochenende mit hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern aus dem GU. In: Hörgeschädigte Kinder 2/2003. Verlag hörgeschädigte Kinder, Hamburg.

Stein, Silke (1999): „Integration – Erfahrungen, Möglichkeiten, Grenzen“. In: Hörgeschädigtenpädagogik (5) 1999. S. 280-283. Median Verlag, Heidelberg.

Vaeth-Bödecker, Ulrich (1999): „Ergebnisse einer Untersuchung zur Situation ambulant betreuter Hörgeschädigter in Regelschulen“. In: Hörgeschädigtenpädagogik (4) 1999. Median Verlag, Heidelberg.

 

Fach- und Sachbuchtipps
Hintermair, Manfred; Tsirigotis, Cornelia (Hg.): Wege zu Empowerment und Ressourcenorientierung in der Zusammenarbeit mit hörgeschädigten Menschen, Heidelberg 2008.

ISBN-13: 978-3922766988

Median Verlag

 

Hintermair, Manfred; Tsirigotis, Cornelia (Hg.): Die Stimme(n) von Betroffenen. Empowerment und Ressourcenorientierung aus der Sicht von Eltern hörgeschädigter Kinder und von erwachsenen Menschen mit einer Hörschädigung, Heidelberg 2010.

ISBN-13: 978-3-94-114608-2

Median Verlag

 

Hintermair, Manfred (Hg.): Inklusion und Hörschädigung. Diskurse über das Dazugehören und Ausgeschlossensein im Kontext besonderer Wahrnehmungsbedingungen, Heidelberg 2012.

ISBN-13: 978-3-94-114627-3

Median Verlag

 

Leonhardt, Annette (Hg.): Hörgeschädigte Schüler in der allgemeinen Schule: Theorie und Praxis der Integration, Stuttgart 2009.

ISBN-13: 978-3-17-019574-5

Kohlhammer Verlag

 

Rien, Oliver: „Behinderungsspezifisches Training zur Förderung von Kompetenzen bei hörgeschädigten Regelschülern.“

Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2007

ISBN: 987-3-8300-2724-9

Oliver Rien, Diplom-Psychologe und selbst von Geburt an hörgeschädigt, hat sich in seiner Dissertation mit der Situation hörgeschädigter Regelschüler auseinandergesetzt.

Um die Folgen einer Hörschädigung verstehen zu können muss man sich zunächst mit den medizinischen Aspekten und den technischen Kompensationsmöglichkeiten beschäftigen. Beides wird in seiner Arbeit beschrieben. Da trotz bestmöglicher technischer Versorgung des Hörgeschädigten immer eine Kommunikationsbeeinträchtigung bleibt, haben viele hörgeschädigte Menschen mit psychosozialen Problemen zu kämpfen. Rien beschreibt sie anschaulich anhand eigener Erfahrungen aber auch anhand verschiedener kommunikationspsychologischer Modelle.

Oliver Rien sieht daher die Notwendigkeit eines Kompetenztrainings für hörgeschädigte Schüler, die Regelschulen besuchen. Für hörgeschädigte Regelschüler sei es besonders wichtig, die für die Verarbeitung ihrer Behinderung notwendigen Kompetenzen zu erwerben, damit sie den Schulalltag bestehen können. Hierzu hat Oliver Rien ein behinderungsspezifisches Kompetenztraining entwickelt, dass er in diesem Buch ausführlich beschreibt. Das Training setzt sich aus den Modulen Medizin und Hörschädigung, Technik, Schwerbehindertenausweis, Multimedia, Hörschädigung und Kompensation und Kommunikationspsychologie zusammen. Es ist für den Unterricht in Schulen aber auch für Wochenendkurse geeignet.

Dem Buch ist eine CD-Rom beigefügt, die die Arbeitsgrundlagen für die Durchführung der einzelnen Module beinhaltet.

Dieses Buch mit der darin enthaltenen CD-Rom ist für Eltern hörgeschädigter Kinder, Beratungslehrer und Lehrer an allgemeinen Schulen, die mit Hörgeschädigten arbeiten und sich mit den theoretischen Grundlagen eines Kompetenztrainings auseinandersetzen möchten, sehr zu empfehlen.

Weitere Infos über Oliver Rien finden sie auf seiner Homepage: www.oliver-rien.de

 

Gallati Kauer, Anouk/ Scheffrahn, Kristina: „Zajra – anders als wir?!“

Lehrbuch

26 Seiten Ringbuch, 48 Seiten Begleitheft

Homepage: www.zgsz.ch/zajra/index.htm

2001/2002

Eine Rezension zum Buch von Bernd Rehling findet sich unter www.taubenschlag.de in der Rubrik „Bücher“.

 

Kroworsch, Susann (Hg.): Inklusion im deutschen Schulsystem – Barrieren und Lösungswege

Verlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V., Berlin 2014

ISBN 978-3-7841-2466-7

Im März 2009 trat die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in Deutschland in Kraft. Sie hat den Rang einfachen Bundesrechts und ist wie jedes andere Gesetz des Bundes umzusetzen und einzuhalten. Die UN-BRK verbietet die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen und fordert ein Umdenken: Weg vom Fürsorgeprinzip hin zu einer auf Teilnahme und Teilhabe ausgerichteten Politik.

Dies soll sich auch in einem inklusiven Schulsystem widerspiegeln – statt einer systematischen Separierung von Schüler/-innen mit Behinderung z.B. durch Förderschulen sollen alle Schüler/-innen ungeachtet ihrer individuellen Unterschiede gemeinsam unterrichtet werden.

Wie kann dies in Deutschland umgesetzt werden? Im vorliegenden Buch wird der Umsetzungsprozess inklusiver Bildung im deutschen Schulsystem aus verschiedenen Perspektiven anhand unterschiedlicher Aspekte analysiert. Die Autor/-innen der Beiträge sind größtenteils Lehrer/-innen, Schulleiter/-innen oder Professor/-innen an deutschen Universitäten aus den Fachgebieten Pädagogik, Soziale Arbeit u.ä.

Im einleitenden Teil wird dargelegt, was Inklusion im Zusammenhang mit (Schul-) bildung bedeutet und welche Ziele damit verfolgt werden. Zudem werden die rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung von Inklusion im deutschen Schulsystem skizziert.

In den darauffolgenden Teilen werden zum einen Herausforderungen und Probleme von Inklusion, zum anderen Bedingungen gelingender Inklusion in der Praxis betrachtet. Als Beispiele für die behandelten Themen seien genannt: die nötigen baulichen Voraussetzungen an Schulen, die Anforderungen an das Schulpersonal, die Unterschiedlichkeit unter den Bundesländern in der Umsetzung inklusiver Beschulung, die Frage der mittel- und langfristigen Finanzierung aller Maßnahmen oder auch die Frage der Existenzberechtigung von bestehenden Förderschulen.

Das Buch endet mit einem vierten Teil, in dem gelungene Inklusion anhand von realen Praxisbeispielen in verschiedenen Schulen dargestellt wird. Ein allgemeingültiges Fazit wird jedoch nicht gezogen. Für das das Gelingen von Inklusion in Schulen scheint es (noch?) kein Patentrezept zu geben, da dies von den Rahmenbedingungen vor Ort und den sich daraus ergebenden Handlungsspielräumen abhängt.

Insgesamt liefert das Buch einen guten Überblick über Hintergründe, Ansätze und Perspektiven zu dem zurzeit viel besprochenen Thema „Inklusion in deutschen Schulen“ und ist deshalb nicht nur für Eltern und Lehrer zu empfehlen.

Leonhardt, Annette: „Gemeinsames Lernen von hörenden und hörgeschädigten Schülern. Ziele – Wege – Möglichkeiten“

Verlag hörgeschädigte Kinder, Hamburg, 2000.

In diesem Buch werden verschiedene Vorträge, die auf einem internationalen Symposium „Gemeinsames Lernen von hörenden und hörgeschädigten Schülern“ im Februar 2000 in München gehalten wurden zusammengefasst. Das besondere daran ist, dass die Problematik so aus sehr unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. Es kommen Lehrer, Wissenschaftler und Betroffene zu Wort. Das Buch zeigt aktuelle Sichtweisen, Erfahrungen und mögliche Perspektiven zur schulischen Integration auf.

 

Hollweg, Uta: „Integration hochgradig hörbeeinträchtigter Kinder in Grundschulklassen“

Neuwied; Berlin: Luchterhand 1999.

ISBN: 3–472–03880- 2

Die Autorin führt allgemein verständlich und systematisch in die gegenwärtige pädagogische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Diskussion um die schulische Integration hochgradig hörbeeinträchtigter Kinder ein. Es geht ihr vor allem um Sprachkompetenz, schulische Leistungen, soziale und psychische Integration und kulturelle Identität. Dabei bezieht sie sich besonders auf die konkrete Situation der betroffenen Kinder und auf Kriterien für die pädagogischen Verfahrensweisen.

 

Müller, Rene J.; Hans, Maren (Hg.): „Hörgeschädigte in der Schule: Integration in Schule und Freizeit“

Neuwied, Berlin, Luchterhand. 1998

ISBN: 3-472-03298-7

In Deutschland, der Schweiz und Österreich wurden in den letzten 35 Jahren zahlreiche Beispiele erbracht, dass die gemeinsame Erziehung für eine ausgewogene Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen förderlich ist.

Die Autoren dieses Buches unterstützen ein pragmatisches Vorgehen, das auf informellen, persönlichen Kontakten zwischen Eltern, Fachleuten und Lehrerschaft bzw. verantwortlichen Personen in den Behörden beruht, das zu einer fortschrittlichen Haltung in großen Teilen der Bevölkerung führt und Voraussetzung ist für einen Paradigmenwechsel in der Debatte um die Integration Behinderter.

 

Leonhardt, Annette: „Schulische Integration Hörgeschädigter“

Taschenbuch – 116 Seiten – Luchterhand Fachbuch, Neuwied, 1996.

ISBN: 3472027592

Nach theoretischem Einblick in die historische Entwicklung von ersten (bewußten) Integrationsversuchen bis zur aktuellen unterrichtlichen Integrationsdiskussion werden vielfältige Varianten gegenwärtig praktizierter unterrichtlicher Integration aus verschiedenen Bundesländern sowie aus Großbritannien mit ihren unterschiedlichen Gesetzgebungen für den Bereich der Hörgeschädigtenpädagogik vorgestellt.

Das Buch vermittelt u.a. Erfahrungen und Ergebnisse hörgeschädigter Schüler und Absolventen allgemeiner Schulen und bietet ein so umfangreiches Informationsangebot sowie eine Vielzahl von Anregungen für alle an schulischer Integration Interessierten.

 

Löwe, Armin: „Pädagogische Hilfen für hörgeschädigte Kinder in Regelschulen“

4., neubearb. und erweiterte Auflage

Heidelberg: Winter, Programm Ed. Schindele, 1996.

Ein sachlich geschriebenes, sehr informatives Buch. Es gibt vor allem Lehrern und Eltern viele praktische Tipps und Gedankenstöße, wie integrationsfördernde Maßnahmen aussehen und technische Hilfen optimal im Unterricht eingesetzt werden können.

 

Müller, Rene J.: „Ich höre – nicht alles, Hörgeschädigte Mädchen und Jungen in Regelschulen.“

Taschenbuch – 250 S. Uni – Vlg. Winter, Heidelberg, 1996

2. Auflage. ISBN: 38 25 38 20 28